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Steve Baka · Compliance

AVV und TIA im LLM-Betrieb erklärt

AVV und TIA sind Pflichtbausteine für LLM-Betrieb mit Drittlandbezug — mit klarer Schrittfolge und Vendor-Prüfung.

Export

Kurzantwort

AVV regelt Auftragsverarbeitung; die TIA bewertet Drittlandtransfers im LLM-Betrieb mit dokumentierten Zusatzmaßnahmen — beides auf Basis einer vollständigen Datenfluss-Map, nicht als Checkbox.

AVV und TIA im LLM-Betrieb — wofür sie da sind

Der Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) regelt die Pflichten zwischen verantwortlicher Stelle und Auftragsverarbeiter — z. B. Cloud-Host, Modell-API, E-Mail- oder CRM-Dienst. Die Transfer Impact Assessment (TIA) bewertet, ob ein Drittlandtransfer (häufig USA bei US-Anbietern) mit DSGVO und Schrems-II-Rechtsprechung vereinbar ist und welche zusätzlichen Maßnahmen nötig sind.

LLM-Betrieb verschärft die Frage, weil Prompts, Logs und Embeddings personenbezogene Daten enthalten können — auch „nur“ Kundennamen in einer Zusammenfassung. Die EDPB Recommendations 01/2020 (öffnet in neuem Tab) sind der Referenzrahmen für ergänzende Maßnahmen.

AVV ohne TIA (wo Transfer stattfindet) ist unvollständig; TIA ohne saubere Datenfluss-Map ist Spekulation.

Schrittfolge: Datenfluss → AVV → TIA

Schritt 1: Zeichne alle Verarbeitungen — Prompt, RAG-Index, Monitoring, Support-Tickets beim Anbieter. Schritt 2: AVV mit jedem Auftragsverarbeiter (Standardvertragsklauseln wo nötig). Schritt 3: TIA pro Transferpfad — Rechtslage im Drittland, Zugriffsmöglichkeiten, Verschlüsselung, Pseudonymisierung, Vertragszusagen.

Enterprise-Optionen (z. B. OpenAI Enterprise Privacy (öffnet in neuem Tab), API Data Controls (öffnet in neuem Tab)) sind zusätzliche Maßnahmen in der TIA, nicht Ersatz für Dokumentation.

Verknüpfe mit DSGVO-LLM-Checkliste und EU-Stack.

Zusätzliche Maßnahmen — was in TIAs wirklich zählt

Typische Maßnahmen: EU-Region wo angeboten, minimierte Identifikatoren in Prompts, keine Roh-Prompts in Tickets, Verschlüsselung, Zugriff nur für berechtigte Rollen, Löschfristen, Widerspruch gegen Training (vertraglich + technisch).

Schwache Maßnahme: „Wir vertrauen dem Anbieter.“ Starke Maßnahme: nachweisbare Konfiguration + Audit-Log + jährlicher Review bei Anbieteränderung.

Limit: TIA ist kontextabhängig — Copy-Paste aus einem anderen Unternehmen scheitert in Audits.

Vendor-Prüfung ohne Paralyse

Minimum-Fragenkatalog: Wo werden Daten verarbeitet? Subprocessors? Training aus Kundendaten? Retention? SOC/ISO? Incident-Meldung? Datenexport und Löschung?

Priorisiere Vendors nach Datenvolumen und Sensibilität — nicht jeden SaaS mit 200 Fragen.

Bei Agentur-Kunden: Rolle im Vertrag klären — wer ist verantwortliche Stelle, wer liefert AVV an wen.

Betrieb: Änderungen am Vendor triggern Review

Neue Subprocessor, neue Region, neues Modell mit anderem Hosting → TIA-Update. Change-Prozess im KI-Governance-Rollenkonzept verankern.

Parallel: Human-in-the-Loop reduziert Fehlerrisiko, ersetzt aber keine Transfer-Dokumentation.

Ziel: Ihr könnt in 30 Minuten erklären, warum ein US-API-Pfad heute noch akzeptabel ist — oder welche EU-Alternative geplant ist.

FAQ

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Quellen

Referenzen

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